Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit
Kinder kommen mit enormen Potentialen und als eigenständige Persönlichkeiten zur Welt. Sie nehmen alles wahr und deuten alles Wahrgenommene. Sie sind von Natur aus neugierig auf ihre Umgebung und erschließen sich diese von Tag zu Tag mehr.
„Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Seine Autonomie, Individualität und Persönlichkeit können sich entfalten, wenn es sich möglichst selbstständig entwickeln darf“ (E. Pikler).
Dazu brauchen Kinder unter drei Jahren vor allem verlässliche, liebevolle Bezugs-personen und eine Umgebung, die alle ihre Sinne auf vielfältige Weise anregt. Geborgen in sicheren, stabilen Beziehungen lernen Kinder, sich aus eigener Initiative zu bewegen und zu spielen. Kommunikation und Sozialverhalten entstehen im Dialog mit den Erwachsenen, wenn die kindlichen Signale verstanden und erwidert werden. Die Kompetenz des Kindes, seine Eigen-initiative und Eigenaktivität wird von Geburt an respektiert.
„Du hast das Recht, genauso geachtet zu werden wie ein Erwachsener.
Du hast das Recht, so zu sein, wie Du bist.
Du hast ein Recht auf den heutigen Tag, jeder Tag deines Lebens gehört dir, keinem sonst.
Du, Kind, wirst nicht erst Mensch, du bist Mensch“.
(J. Korczak)
Die Zeit als Kind ist ein wesentlicher Bestandteil in der Entwicklung jedes Einzelnen. Jeder Mensch und vor allem Kinder benötigen Zeit für ihre körperliche und geistige Entwicklung. Jedes Kind benötigt Erprobungsmöglichkeiten durch z. B. verschiedene Räume und Materialien und soziale Gruppen und Personen.
Unser Förderauftrag umfasst dabei Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes und bezieht sich auf soziale, emotionale, körperliche und die geistige Entwicklung des Kindes. Diese entwicklungsbedingten Bedürfnisse und Kompetenzen berücksichtigen wir im pädagogischen Alltag.
Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht dabei das Kind mit seiner Einzigartigkeit und Individualität. Wir holen die Kinder da ab, wo sie in ihrer Entwicklung stehen und ermöglichen jedem Kind sich in seinem eigenen Tempo zu entwickeln.
Sozialverhalten
Wir stärken das Sozialverhalten, indem wir ihnen die Möglichkeit geben Bestandteil einer Gruppe zu sein, in der wir z.B. rücksichtsvoll miteinander umgehen, teilen, miteinander et-was erleben oder auch Konflikte lösen. Beim Zusammenleben in der Gruppe ist es auch wichtig, verschiedene Werte und Regeln zu vermitteln.
Kreativität und Phantasie
Ebenso werden die Kreativität und die Phantasie der Kinder gestärkt, indem sie die Möglichkeit bekommen mit verschiedenen Materialien, wie Papier, Knete, Farben oder Naturmaterialien Erfahrungen zu sammeln. In den verschiedenen Bereichen, wie der Puppenecke oder der Bauecke wird durch unterschiedliche Materialien ebenfalls zur kreativen Entfaltung angeregt.
Sprache
Die Sprache wird durch den täglichen Umgang miteinander und untereinander begleitet und gefördert. Dabei helfen gezielte Angebote oder einfach der Umgang miteinander während des freien Spiels. Sprache kommt dabei in Fingerspiele, Geschichten, Lieder, Bilderbücher und Gesprächen vor und wird dabei angeregt.
Sinne
Ein wichtiger Bestandteil für Krippenkinder ist die Sinneserfahrung. Hören, sehen, schmecken, riechen und tasten ist für sie von großer Bedeutung um sich Selbst und ihre Umwelt wahrzunehmen. Dies erleben die Kinder bei uns im Alltag, bei Spaziergängen oder beim Kochen.
Immer wieder rufen wir uns ins Gedächtnis, dass die Kinder selbst die Akteure in ihrer Entwicklung sind und jedes Kind seinen eigenen Bildungsweg durchläuft. Auf diesem Weg begleiten und unterstützen wir jedes einzelne Kind. Dabei fließen die unterschiedlichsten pädagogischen Ansätze in unsere Arbeit mit ein und wir schauen, was für das jeweilige Kind passt.
„Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“
Eingewöhnung
Der Verlauf der Eingewöhnung orientiert sich bei uns am Berliner Eingewöhnungsmodell. Wichtig bei diesem Modell ist, das ein fester Elternteil die Eingewöhnung begleitet. Zudem wird sich eine Bezugserzieherin voll und ganz Ihrem Kind widmen, es begleiten, zusammen spielen um Ihrem Kind die Eingewöhnung so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Eingewöhnung wird bei uns ganz individuell gehandhabt. Die einzelnen Schritte werden in einem Eingewöhnungsgespräch mit ihnen besprochen.

Im Folgenden werden die einzelnen Phasen vom Berliner Eingewöhnungsmodell erläutert.
Grundphase: 1-3 Tag
Gemeinsam mit Ihrem Kind besuchen Sie uns für ca. 1 Stunde in der Einrichtung. Sie und Ihr Kind bekommen die ersten Eindrücke vom Alltag bei uns mit. Sie verhalten sich eher passiv. Der Schwerpunkt liegt darauf, dass die Bezugserzieherin Kontakt zu Ihrem Kind aufbaut und intensivieren kann.
Trennungsphase:
Als nächstes folgt die erste Trennung. Gemeinsam kommen Sie mit Ihrem Kind in die Gruppe für ca. 30 Minuten, bis Ihr Kind ins Spiel gefunden hat. Nach Absprache mit der Erzieherin verabschieden Sie sich von Ihrem Kind für weitere 30 Minuten. Danach wird über den weiteren Verlauf der Eingewöhnung entschieden.
Stabilisierungsphase:
In den darauffolgenden Tagen wird individuell auf die Bedürfnisse Ihres Kindes eingegangen. Findet Ihr Kind auch ohne Sie ins Spiel und lässt sich bei Bedarf von der Bezugserzieherin trösten dann sprechen wir von einer kürzeren Eingewöhnung. Die Trennungsdauer steigert sich langsam jeden Tag, bis schließlich Ihr Kind den ganzen Vormittag im Kinderstüble verbringt.
Schlussphase:
Die Erzieherin übernimmt die Funktion der sicheren Basis während Ihr Kind die Einrichtung besucht. Wichtig ist, dass Sie jeder Zeit zu erreichen sind und Sie im Notfall zu Ihrem Kind kommen können.
Zusammenarbeit mit den Eltern
Die Eltern der uns anvertrauten Kinder sind unsere wichtigsten Partner. Eine vertrauensvolle und respektvolle Beziehung zu den Eltern schafft uns die Möglichkeit auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingehen zu können. Eltern von sehr jungen Kindern sind besonders an Dialog und Offenheit interessiert, da sich die Kinder meist noch nicht selbst verständigen oder vom Krippenalttag erzählen können. Für diese gemeinsame Verantwortung und die bestmöglichste Entwicklung und Förderung der uns anvertrauten Kinder ist eine enge Elternarbeit unabdingbar. Eltern werden in unserer Einrichtung von Anfang an mit „ins Boot“ genommen.
Ziele für die Zusammenarbeit mit den Eltern
- Die Eltern sind durch die Kinderkrippe entlastet und in der Erziehung ihres Kindes unterstützt.
- Die Eltern werden über den Entwicklungsstand ihres Kindes informiert.
- Partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern.
Methoden der Elternzusammenarbeit
Um eine vertrauensvolle Basis zu schaffen bieten wir ein umfangreiches und bedarfsorientiertes Angebot für die Eltern.
- Vor Beginn eines jeden neuen Krippenjahres findet ein Elternabend für die neuen Krippeneltern statt. Während eines Rundgangs durch die Einrichtung werden alle Räume inspiziert, der Tages und Wochenablauf vorgestellt und andere wichtige Eck-daten erklärt. Bereits hier haben die Eltern Zeit, Fragen zu stellen und die Erzieherinnen kennen zu lernen.
- Elterngespräche/ Tür- und Angelgespräche:
Ein ständiger Austausch mit den Eltern ist für unsere Arbeit mit den Kindern unverzichtbar. In diesen kurzen aber durchaus wichtigen Tür- und Angelgesprächen können wichtige Informationen weitergegeben werden. Sollte für ein Anliegen der Rahmen des Tür- und Angelgespräch nicht ausreichen oder sie ein Elterngespräch wünschen, können wir jederzeit einen Termin vereinbaren.
- Eltern- Info Wand:
Hier Erfahren die Eltern wichtige Termine, Listen zum Eintragen an Festen, aber auch Themen und Aktivitäten die wir mit den Kindern momentan im Morgenkreis durch-führen.
- Elternbriefe:
Zu jedem Anlass bzw. zu jeder Feier gibt es Elternbriefe oder Einladungen. Diese hängen zusätzlich auch an der Eltern- Info Wand.
Gemeinsame Feste:
Neben kleineren Festen mit den Kindern (Geburtstag, Fasnet, Weihnachten usw.) möchten wir auch die Familien zu verschieden Anlässen (Adventsbasteln, Sommerfest usw.) einladen. Die Termine für die gemeinsamen Feste werden von uns in der Einrichtung geplant und rechtzeitig bekannt gegeben.
Beobachtung und Dokumentation
Die Aufzeichnung von Beobachtungen und ihre Auswertung sind Bestandteile der Dokumentation und bieten, sowie das Portfolio, eine Grundlage für Elterngespräche.
In unserem pädagogischen Alltag gilt es stets die Gesamtgruppe, aber auch jedes einzelne Kind zu beobachten. Nur so können wir als Fachpersonal erkennen, was die Kinder gerade beschäftigt. Danach können wir unseren Alltag und Angebote planen um die Kinder entwicklungs- und altersgemäß zu fördern.
In Vorbereitung auf unsere jährlichen Entwicklungsgespräche wird jedes Kind in verschiedenen Entwicklungsbereichen beobachtet. Anschließend tauschen wir uns als Fachpersonal über die jeweiligen Beobachtungen aus.
Innerhalb des Kinderportfolios arbeiten wir mit Bildern und beschreibenden Texten, die die Entwicklungsschritte der Kinder zeigen. Das Portfolio ist für uns eine Methode, die Entwicklung der Kinder sichtbar zu machen und zu dokumentieren. Es ist eine Schatzkiste für Kinder und Eltern mit Bildern, Werken und Geschichten. Das Portfolio wird fortlaufend über die ganze Krippenzeit geführt und wird dem Kind bei der Beendigung der Krippe ausgehändigt.
Kooperationen mit anderen Institutionen
Unsere Krippe besitzt ein breites Netzwerk mit anderen Institutionen, die teilweise unsere pädagogische Arbeit oder die Arbeit der Eltern unterstützen. Darunter fällt auch die Kooperation mit Institutionen oder Personen aus dem Gemeinwesen, von deren Kompetenz Eltern und Einrichtung profitieren können. In Absprache mit den Eltern und unter Berücksichtigung des Datenschutzes tauschen wir uns mit hauptsächlich folgenden Institutionen aus oder arbeiten mit ihnen zusammen.
Größtenteils sind dies:
• Die Kindergärten in Villingen-Schwenningen
• Das Kreisjugendamt
• Die Frühberatungsstellen des Landkreises
• Die Erziehungsberatungsstelle
• Das Gesundheitsamt
• Ärzte und Therapeuten (z.B. Logopäden, Ergotherapeuten oder Eingliederungshilfen
• Fachschulen für Sozialpädagogikwichtel stellt sich vor
